Revier Wulferdingsen

Die preußischen Gendarmen schossen oft, in ihrer Gründlichkeit, über die geforderten Ziele hinaus. So nahm der Polizeidiener Meier im Jahre 1868 dem Neubauer B. aus Wulferdingsen die Flinte weg, obwohl er im Besitz eines Jagdscheines war und in Begleitung das Jagdpächters Schöne jagte. Nach Belehrung durch den Landrat musste er die Waffe später zurück geben und sich bei dem Jäger entschuldigen.

 

Nicht nur in Dehme, Eidinghausen und Volmerdingsen, sondern auch in Wulferdingsen, wurde damals versucht, Obstbau auf größeren Flächen zu betreiben. Dazu wurde der damalige Eidinghausener Pastor Lehmann ständig angegangen, Waldparzellen am Wiehen zu verkaufen. Eine sehr höfliche Bitte an den Landrat hört sich wie folgt an: „ Können und wollen Sie, hochverehrter Herr Landrat, mir Ihre hohe Fürsprache und Ihren Schutz zukommen lassen, so will ich gern mein begonnenes Werk fortsetzen. Sie werden später auf die Früchte dieser edlen Tat stolz sein und ein hervorragendes Bild Ihrer Amtstätigkeit finden, denn dies wird die erste diesbezügliche Obstanlage in Deutschland sein. Sollten Sie aber gegen Herrn Pstor Lehmann kein Machtwort sprechen und ich ihre Hilfe nicht bekomme, dann sehe ich den Obstbau, der so viele Feinde hat, gefährdet.“

 

Am 23.12.1900 teilt der Regierungspräsident folgendes mit: „Eine gesetzliche Verpflichtung zum Abschuß des Rehwildes, das im Wiehen als Wechselwild vorkommt, wird nicht erteilt. Indes wird die Forstabteilung der hiesigen Regierung beauftragt, Ermittlungen darüber anzustellen, ob einige Stücke Rehwild in dem Revier abgeschossen werden sollten. Druck auf Pastor Lehmann auszuüben und ihn zum Verkauf des Kirchenwaldes zu bewegen, lehnt der Landrat ab.

Streckenmeldungen in Wulferdingsen

 

Im Jahre 1906: 47 Hasen, 55 Rebhühner. Im Jahre 1907: 61 Hasen, 20 Rebhühner, 4 Fasanen.

Im Jahre 1908: 49 Hasen, 37 Rebhühner, 1 Fasan, 1 Reh