Wir wohnten im jetzigen Bad Oeynhausner Ortsteil Rehme - Babbenhausen. an der Vlothoer Straße 128,

zwischen der jetzigen Autobahn Richtung Bielefeld und der Köln - Mindener Eisenbahn. Dort bin ich geboren.

Am

"Wilden Schmied"

Unser Vater fuhr

das 1 Auto auf dem Wiehen

Vor unserem Haus

Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend.

Am Ende und nach dem 2. Weltkrieg.

Von Horst Jäcker

Die Autobahn, von der bei Kriegsende nur die Brücke Richtung Hannover fertig gestellt war und die Eisenbahn, waren beliebte Ziele der alliierten Bomber. Als Ende 1938 Geborener kann ich mich noch gut an einige Erlebnisse aus dieser unschönen Zeit erinnern. Sicherlich an Dinge, die für Kinder der heutigen Zeit unvorstellbar wären. Wir dachten nicht an Spielzeug, Urlaub, Kino, Computer oder Ähnliches, sondern an Krieg und Entbehrungen. Sicherlich ging es allen, die so lebten wie wir und unseren Nachbarn, besser, als vielen Menschen in Deutschland, die ausgebombt waren und ihr Zuhause verloren hatten. Bei uns hatte fast jede Familie einen Garten, Schafe oder Ziegen und selbstverständlich Schweine und Hühner. Wir Kinder hatten es schon früh gelernt, mit solch einer Zeit umzugehen. So gehörten denn auch das Schlachten von Geflügel, die Arbeit im Garten und die Versorgung der Haustiere, von frühester Jugend an, zu unseren ganz normalen Aufgaben. Wir sammelten Ähren und Kartoffeln von den abgeernteten Feldern, im Wald und an den Hecken Blau -, Brom - und Himbeeren. Daraus wurde bei uns zu Haus Marmelade gekocht. Eine Besonderheit, für Jugendliche in der heutigen Zeit, war das Sammeln von Schafwolle, von Stacheldrähten der Umzäunungen der Wiesen. Das, was da an Wolle von den Schafherden, der umherziehenden Schäfer, hängen blieb, sammelten wir ein und gaben es zu der Schafwolle, die wir von unseren eigenen Schafen beim Scheren ernteten. Die Wolle wurde von unserer Großmutter Luise gesponnen, danach strickte sie daraus für uns wärmende Kleidung, Socken, Handschuhe, Mützen etc. Diese Kleidungsstücke habe ich in den harten Wintern damals gern getragen. Aber wir hatten auch Erlebnisse, die junge Menschen jetzt nicht mehr haben. Ich nenne hier mal ein paar solcher Vorkommnisse: Bombardierungen der Auto - und Eisenbahn, deutsche und später alliierte Truppenbewegungen, Kohlenzüge, die beim Halt geplündert wurden, Besuche bei Flakhelfern, bei denen es sich zum Teil um Oberschüler aus Bünde handelte, an den Geschützen. Ich kann mich auch daran erinnern, wie ich, beim Einmarsch der Amerikaner, den ersten Farbigen gesehen habe. Es war schon eine bewegte Zeit!

Rehmer Kirche

Kranzreiten in Oberbecksen

Flugzeugabsturz in Babbenhausen.

 

 

Ein Ereignis aus dieser Zeit hat unsere Familie sehr lange begleitet. Im April 1944, als ich fast 6 Jahre alt war, stürzte ein amerikanisches Flugzeug in Babbenhausen, oberhalb des Gutes Deesberg, auf dem Aack, ab. Der Pilot überlebte und wurde vom Rehmer Ortspolizisten Ristow verhaftet. Mein Bruder Walter ging zu dieser Zeit zum Gymnasium in Bad Oeynhausen und hatte die ersten Englischkenntnisse. Deshalb bat ihn der Ordnungshüter, ihm bei der Verständigung mit dem Amerikaner behilflich zu sein. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie der Polizist Ristow, sein Fahrrad schiebend, an unserem Haus mit dem Piloten vorbei kam. Nach dem 2. Weltkrieg wurde an der Stelle, an der das Flugzeug abgestürzt war, vom Kampfmittelräumdienst nach Resten des Flugzeuges gesucht. Meinem Bruder fiel dabei der Propeller des Flugzeuges in die Hände. Später haben wir häufig versucht, etwas über den Crash zu erfahren. Das ist uns damals nie gelungen, denn uns wurde immer gesagt, daß man dazu den genauen Zeit des Absturzes wissen müsste. Den hatten wir, auch bei Nachfragen bei Zeitzeugen, nicht feststellen können. Im Jahre 2011 kamen wir überraschend der Aufklärung näher. In Dankersen bei Minden wurde ein Denkmal für Soldaten, die dort beim Absturz eines Bombers umgekommen waren, eingeweiht. Mein Neffe, der Sohn meines verstorbenen Bruders Walter, Dr. Walter Jäcker, hatte sich, als Präsident der Rotarier, intensiv um die Aufarbeitung des Ereignisses in Dankersen bemüht. Sozusagen als Nebenprodukt, brachte er dadurch Licht in das Dunkel des Absturzes in Babbenhausen. Folgende Aufzeichnungen informierten uns dann über das, was wir schon lange wissen wollten:

 

"Am 29. 4. 1944 griffen 618 amerikanische B - 17u und B - 24 Bomber mit einer Bombenlast von 1318 to, geschützt durch 814 Jäger, das Stadtgebiet von Berlin sowie Verkehrsanlagen in Brandenburg und Magdeburg an. Second Lieutnant Richard H. Hudson befand sich mit seiner Gruppe auf dem Rückflug, im Rahmen der Begleitschutzmission, als der Motor seiner Mustang plötzlich anfing unregelmäßig zu laufen. Über dem Gebiet der Stadt Bad Oeynhausen konnte er seine Maschine nicht länger in der Luft halten und stieg mit dem Fallschirm aus. Die P - 51 stürzte in Babbenhausen, einem Ortsteil von Rehme, auf einer Ackerfläche 800 m westlich des "Gutes Deesberg" nieder und brannte vollständig aus. Lt Hudson wurde kurz darauf festgenommen und dem Fliegerhorst in Detmold überstellt. Im Jahre 1979 wurden Reste des Wracks, unter anderem die Bordwaffen und Munition, durch den Kampfmittelräumdienst aus Detmold geborgen".

Haus unserer Großmutter am Alten Rehmer Weg.

Direkt gegenüber war das Haus der Familie Kraul, in dem der Polizeibeamte Ristow wohnte.

Bei Onkel Franz und Tante Irmgard.

Oma Luise

Konfirmation mit Familie Ruhe

Links: Karl Junk, bis 1944 Polizist in Babbenhausen, mit Dienstmotorrad Wanderer 97 ccm, 2, 25 PS

 

Mitte: Walter Jäcker mit Trippel - Schwimmwagen auf der Weser (Fähre Vössen) Der Wagen hatte einen

Opel Motor 3, 6 Liter. Es könnte sein, daß der Trippel Schwimmwagen unserem Vater und einigen seiner

Mitarbeiter das Leben gerettet hat, denn diese Fahrzeuge wurden in unserem Betrieb gewartet.

Weil wir, dadurch, ein Rüstungsbetrieb gewesen sind, wurden unser Vater und auch ein paar seiner

Mitarbeiter nicht zum Kriegsdienst eingezogen.

 

Rechts: Betrieb Jäcker & Grotefeld Mindener Straßee

Daran kann ich mich noch gut erinnern:

An die letzten Korbmacher in Rehme und die Blütezeit der Weserhütte

Im Herbst gingen wir ins Wiehengebirge und in den Amtshausberg, wo wir Bucheckern zur Herstellung von Speiseöl suchten. Wenn wir vom Fischen von der Weser oder den Babbenhausener Teichen zurückkamen, diese Gewässer konnten wir schnell durch unser Gartentor erreichen, brachten wir aus den Wiesen natürlich eine Portion Champions mit nach Haus. Alle Einheimischen hatten, zu der Zeit damals, einen guten, nachbarschaftlichen Zusammenhalt. Man half sich gegenseitig, ob beim "Schwarzschlachten", beim Betreiben einer Ölmühle oder ähnlichen Dingen. Schnaps, als "Schluck" bezeichnet wurde, wurde weniger in unserer Nachbarschaft, sondern im alten Ortsteil Rehme "schwarz gebrannt". Alle Kinder wuchsen praktisch in jedem Haushalt auf und so war es nicht verwunderlich, wenn wir, zum Ärger unserer Mutter, schon gesättigt am Mittagstisch erschienen, weil Tante Minna Tiekenheinrich, unsere Nachbarin, mal wieder etwas Gutes gekocht hatte. Mein gesamtes Leben begleitete mein langjährigster Freund Horst Krüger.

Horst Jäcker und Horst Krüger

Zwischen Auto und Eisenbahn

Er hatte immer gute Tipps, wo gerade geschlachtet wurde oder wo man zu sonst irgendwelchen Köstlichkeiten, für die damalige Zeit, kommen konnte. Der war von Kindheit an, ein ausgeschlafener Junge. Unsere echte Freundschaft hat nun schon viele Jahrzehnte unbeschadet überstanden.

Bei

Onkel Franz

Mit Mutter

vor dem Bienenhaus

Mein 1 Fahrrad

Menschen, die wie wir, auf dem "Lande" lebten, versorgten sich eben selbst. Nicht nur durch Vieh - und Geflügelhaltung und den eigenen Garten, sondern auch mit allem, was der Mensch sonst noch zum Leben brauchte. Mit Honig haben uns unsere Bienenvölker damals versorgt. Das Bild oben zeigt meine Mutter und mich vor unserem Bienenhaus. In den schlimmen Nachkriegsjahren haben wir selbst nicht viel entbehrt. Was wir nicht selbst im Garten oder Stall hatten, wurde kompensiert. Das heißt getauscht. Natürlich hatten wir damals noch niemals Südfrüchte gesehen. So kann ich mich noch sehr gut an die erste Apfelsine erinnern, die ich von Herrn Jan Bahru, einem belgischen Soldaten, bekommen hatte.

Unser Haus, Vlotoerstraße 128

Ulla, Horst und Walter

Wir waren der einzige Haushalt in unserer Umgebung, der ein Telefon hatte.

Deshalb war dieses Schild: "FEUERMELDESTELLE" an unserer Garage.

Dieses Schild, an unserer Garage, war der Hinweis auf unser Telefon. Auch hier gab's ein Telefon, an der Poststelle bei Fritz Hartwig

Heinrich Eickmeier fiel an der Ostfront..

 

Jede Nachricht für Bewohner des unteren Ortsteils Babbenhausens, kam zu uns. Auch zum Telefonieren bekamen wir ständig Besuch. Wie das abgerechnet wurde, weiß ich nicht, denn einen Gebührenzähler gab es nicht. Wir, mein Bruder Walter, meine Schwester Ursula oder ich brachten Nachrichten, ob erfreulich oder unerfreulich, weiter. Eine besonders traurige Aufgabe dieser Art, ist für mich unvergesslich. Durch den Garten von Tiekenheinrichs gingen wir oft zu Schusters, mit ihrer Tochter Herta. Für uns war sie, die mit Heinrich Eickmeier verheiratet war, immer nur Tante Herta. Ihr Mann war am 29. 3. 1919 geboren und fiel als Oberfeldwebel am 28. 7. 1944 in Kossow / Rußland. Die Nachricht vom Tode des sehr beliebten Nachbarn kam von der Feldpostdienststelle zu uns. Mein Bruder Walter überbrachte sie Tante Herta. Ich weiß noch genau, wie viel Trauer diese Botschaft in der ganzen Nachbarschaft auslöste. Es war für alle so, als wenn jemand aus der eigenen Familie sein Leben verloren hatte! Aber solche Nachrichten gehörten damals zum täglichen Leben.

Links: Das letzte Familienphoto aus dem Jahre 1943 zeigt

Herta Eickmeier mit Sohn Hans - Dieter und Oberfeldwebel Heinrich Eickmeier.

 

Rechts: Heinrich Eickmeier mit Sohn Hans-Dieter an der Mauer des Hauses Tiekenheinrich , Vlothoer Straße. Im Hintergrund ist links das Haus Kleemeier und rechts das Haus Pönnighaus zu erkennen. Diese Gebäude stehen dort noch. Das Haus von Eickmeiers wurde, wie alle Häuser im Meerfeld, Opfer des Autobahnbaues.

Der 2. Weltkrieg zwischen Eisen - und Autobahn

 

So kann ich mich gut an die Angriffe britischer Flugzeuge erinnern, die wir fast täglich miterlebten. Ich sehe noch heute die blitzenden Bomben vom Himmel fallen, deren Ziele die Eisen- und Autobahn oder die Weserhütte sein waren. Zumeist hielten wir uns dann in unserem Bunker, den unser Vater hatte im Garten bauen lassen, auf.

Horst und Schwester Ulla.

Horst und

Schwester Annegret

Mit unserem Vater beim Fischen

Walter, Horst, Ulla

Horst mit

Schäferhund Rex

Heiligabend

Ich erinnere mich noch sehr genau an ein Erlebnis, das ich an einem Wintertag, zusammen mit meiner Schwester Ulla, hatte. Wir waren mit einem Schlitten, auf zugefrorenen Wassertümpeln, in den Weserwiesen unterwegs, als wir einen britischen Tiefflieger sahen. Der beschoß eine Flakstellung zwischen Eisen - und Autobahn mit der Bordkanone. Natürlich war es für uns Kinder damals eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns, in solch einem Falle, sofort zu Boden warfen. Von dort aus konnten wir die Besatzung, die aus zwei britischen Soldaten bestand, sehr gut erkennen. An den lächelnden Gesichtern sahen wir, dass sie uns als spielende Kinder erkannt hatten und ihre Waffen für einen Moment schweigen ließen. Die Winter waren zu dieser Zeit übrigens ohnehin strenger, als heute.

Fähre Vössen.

Im Hintergrund die Autobahn.

Vor dem

Lebensmittelgeschaeft Bueker

Wir haben häufig auf der zugefrorenen Weser gespielt, Pferdefuhrwerke und sogar unser Vater, mit seinem Opel Kapitän, überquerten die Weser an der Vössener Fähre. Dort hatte man die zusammen geschobenen Eisschollen beseitigt und die Fahrbahn frei gemacht.

Eisschollen auf der Weser. Im Hintergrund ist die

Rehmer Kirche zu sehen.

Angriff auf die Weserhütte am Karfreitag.

 

Besonders schlimm war die Bombardierung der Weserhütte am Karfreitag 1945. Dies war für die Belegschaft des Rüstungsbetriebes ein ganz normaler Arbeitstag, als gegen Mittag, britische Bomber den Betrieb bombardierten. Bei diesem Angriff starben 196 Menschen. Ich erinnere mich gut daran, dass danach die durch den Luftangriff umgekommenen Flakhelferinnen auf Stroh in einer Scheune des ehemaligen Bauernhofes Krüger, direkt gegenüber von unserem Wohnhaus an der Vlothoerstraße, auf Stroh aufgebahrt waren. Horst Krüger und ich sind durch diese Scheune gegangen, wohl wissend, daß da mal wieder was Schlimmes passiert war. Bei diesem Angriff wurden auch Privathäuser getroffen. Dazu gehörte das Haus der Familie Klußmeier in der jetzigen Hermann - Löns - Straße. Dabei kam fast die ganze Familie Klußmeier um, die Mutter und ihre vier fünf bis zwölfjährigen Kinder. Die einzige Überlebende war meine spätere Klassenkameradin Marlies Klußmeier. Sie ist, wie ich, 1938 geboren.

Die "Weserhütte", nach der Bombardierung.

Links: Nur Marlies Klusmeier überlebte die Bombardierung ihres

Elternhauses am Karfreitag 1944.

Das Bild zeigt Marlies Klußmeier und Horst Jäcker

 

Rechts: Meine Schulklasse in Rehme mit Lehrer August Hauptmeier

Hinter unserem Haus, Richtung Weser, gab es, zum Kampf gegen alliierte Bomber, nicht nur Flakstellungen, sondern auch Fesselballons, die hoch gelassen wurden, um damit feindliche Flugzeuge zu behindern. Außerdem gab es Nebelwerfer, die die Ziele, Eisen - und Autobahn und die Fesselballons für die feindlichen Flugzeuge unsichtbar machen sollten. Wir Kinder waren fast täglich bei den Soldaten in den Flakstellungen und hatten Spaß mit den netten jungen Leuten, Ich erinnere mich noch genau daran, dass auf den landwirtschaftlichen Flächen, auf denen die Nebelwerfer gestanden hatten, viele Jahre nichts gewachsen ist. Das Gas schien ein recht giftiges Zeugs gewesen zu sein, denn ich weiß noch, dass die Haut brannte, wenn die Nebelkanonen eingesetzt worden waren. Die Weserhütte konnte durch solche Maßnahmen aber nicht geschützt werden, denn am Karfreitag 1945 war herrliches Wetter und die zweimotorigen britischen Bomber flogen in einer Höhe von 2000 bis 3000 Meter und waren so für die deutschen Geschütze nicht erreichbar. Auch an die letzen Wochen des schlimmen Krieges kann ich mich gut erinnern. Alle Bewohner, die in der Nähe der Bombenziele der Alliierten wohnten, mussten ihre Häuser verlassen. Diese Zeit haben wir im Forsthaus in Oberbecksen verbracht, wo wir mit der Familie Jungmann zusammen lebten. Scheinbar hatte unser Vater noch nicht mit einem Ende des Krieges gerechnet, denn er hatte zu diesem Zeitpunkt schon mit dem Bau eines Behelfsheimes am Forsthaus begonnen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie die ersten Amerikaner und Briten nach Rehme kamen, an die überfüllten Eisenbahnzüge mit Flüchtlingen und an die Entbehrungen, unter denen, besonders die Menschen, die ihre Heimat verloren hatten, litten. Im 2. Weltkrieg war erst ein Teil der Autobahn fertig gestellt, nämlich die Fahrbahn Richtung Hannover. Vor dem Einmarsch der späteren Siegermächte hatte deutsches Militär diese Weserbrücke gesprengt, um die feindlichen Truppen vom Einmarsch abzuhalten. Das hat die Briten und Amerikaner aber nicht sonderlich aufgehalten, denn deren Pioniere bauten sehr schnell Pontonbrücken über die Weser. Während die ehemalige Autobahnbrücke in zwei Teilen in der Weser lag, wurde aus riesigen Baumstämmen eine Autobahnbrücke auf der Fahrbahnseite Richtung Ruhrgebiet gebaut. Später wurden die beiden Teile der anderen Brücke mit großen Maschinen hochgezogen und wieder zusammen gesetzt.

 

Holzbrücke über die Weser.

Autobahn Hannover - Ruhrgebiet.

Autobahnbrücke heute

Das Vössener Fährhaus früher und heute.

 

Bauämter beschäftigen sich heute immer wieder mit unnötigen Kleinigkeiten. Wenn man sich hier für die Erhaltung des Fährhauses eingesetzt hätte, wäre das sicherlich eine gute Tat gewesen. Der Mast rechts vom heutigen Haus, ist das letzte Überbleibsel der Fähre. Das Gegenstück auf der Babbenhausener Seite ist vor ca. 10 Jahren beseitigt worden: Schade!

"Schwarz schlachten" und "Schluck brennen".

 

Erlaubt war den Menschen nach dem 2. Weltkrieg recht wenig, Auch das Schlachten der eigenen Schweine oder das Herstellen von Öl aus Raps oder Bucheckern. Natürlich förderten diese Sanktionen den Einfallsreichtum der Bürger. Von dem, was ich dabei als Kind miterlebte, will ich hier berichten. Wer das Glück hatte, ein eigenes Haus mit Garten zu besitzen, der hatte zu dieser Zeit Haustiere im Stall und nutzte alle Möglichkeiten für die eigene Versorgung. . Die Menschen hatten es gelernt, mit dieser schlimmen Zeit umzugehen. Gegen das Halten von Geflügel und Kaninchen hatte der Staat, nach dem Krieg, nichts einzuwenden und so ging es den Leuten, die Hühner, Gänse, Enten, Schafe, Ziegen und Kaninchen besaßen, schon mal erheblich besser, als den anderen Menschen, So hatten sie täglich frische Eier, Milch und regelmäßig einen Braten auf dem Tisch. Die Halter von Schweinen durften nur ein Borstentier für den Eigenbedarf nutzen. Alles, was darüber mehr im Stall war, musste gemeldet und zu einem minimalen Preis abgegeben werden. Erstrebenswert war es, die über das Erlaubte erzeugten Schweine selbst zu verwerten oder gegen andere, auf dem normalen Markt nicht erhältliche Waren, zu tauschen. "Kungeln" nannte man das. Weil das, was es in den Fleischerläden zu kaufen gab und das nur gegen Lebensmittelkarten, zur Versorgung der Familie oft nicht ausreichte, wurde der Überhang "schwarz" geschlachtet. Das ist aber einfacher gesagt, als getan. Dazu brauchte man einen Schlachter, einen Trichinenbeschauer und Helfer. Dafür taugten aber nur ganz verschwiegene Leute, denn die Ordnungsämter hatten überall Informanten, die, wenn man dabei auffiel, saftige Strafen verhängten. Zuverlässige, verschwiegene Helfer hatten wir. Das Schlachten besorgte unser Onkel Wilhelm Woker aus dem Eidinghausener "Meerbruch", ein Bruder unserer Großmutter. Als Helfer war unser Großvater, Wilhelm Grotefeld aus Eidinghausen, immer dabei. Und als verschwiegener Trichinenbeschauer kam Wilhelm Gerdsmeier in so manches Haus in Rehme und Babbenhausen.

Das Schwein mit

2 Schwänzen

Wilhelm

Gerdsmeier

Schwein gehabt!

Der vereidigte Untersucher übersah dann, obwohl es ihm auffiel, dass da zwei Schweine, statt des einen Offiziellen, ihr Leben zum Herstellen von Wurst, Schinken, Stippgrütze hatten lassen müssen. Das Schlachten dauerte zwei Tage und lief so ab: Am 1. Tag in aller Frühe kam der Schlachter und beförderte das Borstentier in den "Schweinehimmel". Dann wurden die Schweinehälften auf eine Leiter nach draußen zum Abkühlen gehängt. Dabei gab's, wenn ein "Schwarzes" dabei war schon Probleme, denn dann mussten die Teile zwischendurch ausgetauscht werden, damit beide Tiere richtig auskühlten. Es soll dabei auch schon mal passiert sein, daß nach dem Tausch zwei Schweinehälften mit jeweils einem Schwänzchen draußen hingen. Das hätte dann beim Besuch des Trichinenbeschauers unangenehm werden können. Aber sicherlich nicht bei uns, wenn Wilhelm Gerdsmeier das bemerkt hätte. So gegen Mittag kam dann der Beschauer des Fleisches zu den Haushalten, wo geschlachtet worden war. Sofort nach der Untersuchung kam dann frisches Mett auf den Tisch und es wurde ordentlich gefrühstückt. Ich kann mich noch gut erinnern, wie schwer Wilhelm Gerdmeier am Nachmittag die Heimfahrt mit dem Fahrrad fiel. Er hatte ja schließlich mehrere Schweine an einem Tage zu besichtigen und "Tot zu trinken"! Am 2. Tag wurde gewurstet. Nicht nur der gute Geruch, sondern auch der Anblick der Würste und des "Wöpkenbrotes" das alles zum Trocknen auf Stroh lag, ist mir gut in Erinnerung.

Carlos Jäcker

Tante Pummel, Heidi, Alexandra, Lutz

Walter, Annegret, Ulla,

Horst Jäcker

Wegen Schwarz schlachten vor dem Kadi.

 

Unser Onkel Carlos Jäcker war Amtsgerichtsrat am hiesigen Amtgericht. Eines Tages fragte ich ihn mal nach interessanten Erlebnissen im Gerichtssaal. Von zwei Erzählungen will ich hier berichten. Eines dieser Erlebnisse hatte er nicht hier, sondern im Ruhrgebiet. Wieder mal stand ein Schwarzschlachter vor dem Kadi, der von einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes bei seinem verbotenen Tun erwischt worden war. Dazu ist sicher folgender Hinweis nützlich: In der Nachkriegszeit waren Lebensmittel rationalisiert und es gab die berühmten Lebensmittelkarten. Wenn nun einer ein Schwein schlachten wollte, musste dies angemeldet werden. Nach der Anmeldung wurde dem Antragsteller die Fleischzuteilung gekürzt oder sogar gestrichen.

Das war der Grund, warum man sein Borstentier möglichst heimlich in den Schweinehimmel beförderte und so, gegen das Gesetz, als "Schwarzschlachter" tätig war.. Der Angeklagte behauptete nun, daß er kein Schwein, sondern seine Dogge geschlachtet habe. Der Kontrolleur hatte nämlich einen großen Haufen Fleisch bei dem Beschuldigten entdeckt. Weil der Ordnungshüter eine Vereidigung darauf, daß es sich um Fleisch von einem Schwein gehandelt hatte, ablehnte, konnte Carlos Jäcker den "Schwarzschlachter" freisprechen. Das Schlachten eines Hundes war ja schließlich nicht verboten.

 

Schwarzbrennen in Rehme.

Das zweite Erlebnis hatte er am Amtsgericht Bad Oeynhausen. Angeklagt war der

Rehmer Schwarzbrenner B…..".

 

Das war der Senior einer angesehenen Rehmer Familie, dessen Nachkommen auch heute noch, genau wie das damalige Familienoberhaupt, begnadete Fußballer sind. Nach der Verurteilung sprach der Angeklagte Carlos Jäcker auf dem Hof des Amtsgerichtes an und sagte: "Herr Amtsgerichtsrat, daß Sie mich verurteilt haben, nehme ich Ihnen gar nicht übel. Nur, daß der Staatsanwalt mich so fertig gemacht hat, ärgert mich außerordentlich. Ich bin es nämlich, der schon seit langer Zeit für die Betriebsfeiern des Amtsgerichtes den "Schluck" liefert". Folgender Witz hätte sicherlich in die damalige Zeit gepasst: Eine junge Richterin fragt ihren Kollegen: "Ich habe da einen Schwarzbrenner, der Kirschen gebrannt hat. Was soll ich dem denn dafür geben?" Darauf antwortet der erfahrene Richter: "Auf keinen Fall über 5 Mark für den Liter!"

Konfirmation in Rehme 1952

mit Pastor Kuhlo

Diamantene Konfirmation in Rehme 2012

mit Pastor Pallmann

Altenau

Meine Konfirmation mit Familie Ruhe

Walter, Horst, Mutter, Ulla

"Hilfspolizei nach dem 2. Weltkrieg".

 

In unangenehmer Erinnerung habe ich die, von den Besatzungstruppen eingesetzten, Hilfspolizisten. In Babbenhausen waren das die Herren Rottwilm und Wömpner. Sie waren in ziviler Kleidung, mit einer weißen Armbinde im Einsatz. Sie unterstützten die belgischen und britischer Besatzer bei allen möglichen Einsätzen.

Armbinde der Hilfspolizei

1. Mai am Betrieb Mindener Straße

Eines Tages kamen diese beiden Helfer, zusammen mit belgischen Soldaten, in unser Haus und beschlagnahmten Geschirr. Hinzufügen muß ich allerdings, daß unser Vater das Beschlagnahmte schon bald zurück bekam, weil er gute Beziehungen zum Militär der Besatzer hatte. Der Tip der Hilfspolizisten, bei uns Geschirr zu holen, lag sicherlich darin, weil unser Vater, schon aus beruflichen Gründen, Mitglied der NSDAP gewesen war.

 

"Horst Jäcker".

 

Ich bin am 1. November 1938 geboren. An das Licht dieser Welt wurde ich von Großmutter meines Freundes Eckhard Schäffer befördert.

Horst Tipper und Eckhard Schäffer

Die Hebamme Frau Backs wohnte in Oberbecksen und war schon dabei gewesen, als Walter und Ulla geboren wurden. Unsere jüngste Schwester Annegret, die am 11. August 1946 in der nach Mennighüffen evakuierten Klinik von Dr. Strempel zur Welt, war das einzige Jäckersche Nachkriegskind. Ich besuchte die Volkschule Rehme, danach das Immanuel - Kant - Gymnasium in Bad Oeynhausen und war danach ein paar Jahre zur Ausbildung bei der Adam Opel AG in Rüsselsheim. Meine Wochenendfahrten von Rüsselsheim nach Bad Oeynhausen verband ich dann regelmäßig mit der Überführung eines Neuwagens. Das war nicht nur sehr praktisch, sondern brachte auch eine gute Aufbesserung meines Taschengeldes mit sich. Bevor ich in unserem Opel - Betrieb tätig wurde, sammelte ich noch praktische Erfahrungen bei den Firmen Traub in Reichenbach an der Fils und bei Opel - Schirmer in Hildesheim. Heidi, meine Frau, lernte ich kennen, als ich die Meisterschule in Saarbrücken besuchte. Wir haben 1965 auf dem "Triebscheiderhof" geheiratet.

Hochzeit

Triebscheiderhof

Horst, Heidi, Nika, Lutz, Alexandra

Helenenweg 2

Unser Sohn Lutz, 1967 geboren, ist mit Alexandra verheiratet. Beide haben eine Tochter, nämlich unser Enkelkind Nika. Die Drei wohnen in Düsseldorf, wo sie eine sehr schöne, Licht durchflutete Wohnung gekauft haben. Lutz ist selbstständiger Texter ( www.jaeckermeister.com ) Nachdem wir unseren Betrieb, das Autohaus Jäcker, verkauft haben, bekümmern wir uns um die Immobilien des ehemaligen Opel - Betriebes.

Klavierunterricht bei Frau Pook

Walter, Mutter, Ulla, Vater

und Horst, als Baby

Vater und Ulla

auf Baltrum

Der Triebscheiderhof gehört inzwischen Heidi, Lutz und Horst Jäcker. Die ladwirtschaftlichen Flächen sind verpachtet. Wir bekümmern uns um die Forstwirtschaft. Im "Bischofshaus", auf dem Hof, haben wir unser 2. Zuhause.

Nika

Horst

Walter, Horst, Christian, Lukas, Justus

Alexandra & Lutz

Heidi & Nika

Gratulation der Kreishandwerkerschaft Minden zur Geburt von Horst Jäcker

Am 11. Juli 2008 traf ich in Bremke Herrn Henke Jahrgang 1904. Er war zusammen mit unserem Vater Walter Jäcker, Jahrgang 1903, in der Lehre bei Irmer & Elze in Bad Oeynhausen. Der 104 Jährige, der Vater von Karin Lenger, Ehefrau meines leider verstorbenen, unvergeßlichen Freundes Friedhelm Lenger, erfreute sich bester Gesundheit und erzählte fröhlich aus alten Zeiten

 

Jägerbrief

Im Zoo in Hannover von links nach rechts:

Dieter Bleick, mein Bruder Walter, Horst Jäcker,

Horst Tipper, meine Schwester Ulla,

Elke Grotefeld, meine Schwester Annegret,

unser Vater Walter Jäcker.

Rottach Egern am Tegernsee

 

war schon immer ein sehr beliebtes Urlaubsziel unserer Familie. Nicht nur unserer Eltern, sondern auch von uns. Ich selbst richte es so ein, daß ich mindestens 2 Mal im Jahr das "Tegerseer Bräustüberl" und den "Wallberg" sehe..

Diese Bild zeigt mich in Rottach Egern, gegenüber der "Überfahrt".

Dieses Photo oben wurde an gleicher Stelle, nur 60 Jahre später aufgenommen.

Horst Tippers 75. Geburtstag

 

wurde am Tegernsee gefeiert. Wir waren bei der gelungenen Veranstaltung dabei.

Am 28. Oktober 2014 bekam ich in der Handwerkskammer Saarbrücken

den "Goldenen Meisterbrief".

Auf dem Gruppenfoto stehe ich ganz hinten rechts.

Zeitungsbericht

Unsere Hochzeit 1965 auf dem Triebscheiderhof

Unsere Goldene Hochzeit 2015 im Hotel Stickdorn