Fischerei in Rehme

Von Horst Jäcker

Fischerei in den Rehmer Gewässern.

 

Walter und Justus mit kapitalem Aal ausdem GrabeteichTeilstücke von Weser und Werre begrenzen den Bad Oeynhausener Ortsteil Rehme. Weitere Wasserflächen stellen in Babbenhausener   der Holzmeier’sche Teich, der Pappelsee und der Grabeteich da. Fischereipächter der Werre, von der Stadtgrenze Löhne bis zur Mündung in die Weser, ist seit 1923 der Fischereiverein Ravensberg, der außerdem noch den Teil der Weser, der unseren Ortsteil begrenzt und den Holzmeierschen Teich gepachtet hat. Gewerbliche Fischerei ist    in Rehme nur an einer Stelle betrieben worden. Die Familie Diekmann, vom Fährhaus hinter Landre’ & Bartels, besaß viele Jahre ein Fischereirecht, das mit Reusen in der Weser, insbesondere auf Aale, ausgeübt wurde.

 

Der Zustand unserer Gewässer.

 

„Haben Sie schon mal in der Weser und Werre geschwommen? Nein. Wieso nicht?“ Zugegeben heute wirkt diese  Frage gelinde gesagt etwas merkwürdig. Aber noch  vor 50 Jahren hätten viele Menschen bei uns, wie selbstverständlich, zugestimmt. Hatten doch die meisten Jugendlichen bei uns das Schwimmen in diesen Flüssen erlernt. Daß das  nicht so ganz ungefährlich war, zeigt die Zahl der Ertrunkenen, die die Anliegerorte, besonders an der Weser, jährlich zu beklagen hatten. Aber in erster Linie war es die schlechte Wasserqualität, die die Menschen von diesem sportlichen Tun abhielt und die den Fischen das Überleben erschwerte. Die Gründe hierfür waren Einleiter aller Art und in der Weser besonders das Einbringen von Salzen, die beim Kali - Abbau zu DDR Zeiten anfielen und durch die Werra zu uns kamen. Der Salzgehalt der Weser war zeitweise höher als der in der Nordsee. Da  kam es sogar vor, daß in unserer Gegend den Fischern Plattfische, zum Beispiel. Schollen, in die Netze gingen. Das ist vorbei. Die Städte und Gemeinden an Weser und Werre haben sehr aufwendige Kläranlagen gebaut und der Untergang der DDR hat dazu geführt, daß der Kaliabbau stark eingeschränkt wurde und keine unkontrollierten Einleitungen mehr erfolgen. Die Erkrankungsrate der Fische nimmt ständig ab und sie können wieder uneingeschränkt verzehrt werden.

 

Der Lachs, der König der Fische.

 

In den Anstellungsverträgen der Mägde und Knechte war noch Ende des 19. Jahrhunderts zu lesen, daß   nur einmal wöchentlich Lachs auf den Tisch kommen durfte. Zu dieser Zeit fing der Wärter am Siel an guten Tagen bis zu 30 große Lachse. Der Rückgang dieser und anderer Wanderfischarten liegt jedoch nicht nur an der Verschmutzung der Flüsse und Bäche, sondern auch an den Eingriffen durch die Menschen. Dazu zählen Begradigungen, Verrohrungen, Einbau von Staustufen und die Pflasterung der Gewässerbetten mit großen Steinen. Dicht an den Ufern wurden Deiche gebaut . Dadurch wurden die Gewässer von ihren natürlichen Überschwemmungsgebieten abgekoppelt. Das Ergebnis ist die heutige Werre, ein weitgehend naturferner, kanalartiger Fluß.

 

Nachdem die Wasserqualität jetzt wieder in Ordnung ist, bemüht sich die „Regionale Arbeitsgruppe Werre“,  die sich aus den Anliegergemeinden, den Kreisen, den Fischereivereinen, den Jägern und anderen Naturfreunden zusammensetzt, um die Wiederansiedlung des Lachses und anderer Wanderfische. Es wurde bereits einige Male Lachsbrut ausgesetzt, die ersten Erfolge konnten gemeldet werden und man bemüht sich sehr stark, die Wanderhindernisse zu beseitigen oder durch Umgehungsrinnen zu verbessern. Daß in Rehme in 50 Jahren, zur 1300 Jahrfeier, wieder Weserlachs auf den Tisch kommt, hofft der Verfasser dieser Zeilen, der zu dem Kreis der hiesigen Naturfreunde zählt, die sich um die Wiederansiedlung des Lachses bemühen.

 

So unterscheiden sich Bachforelle und Lachs.

 

Bachforelle

Die Punktzeichnung der Bachforelle ist immer hell umrandet ausgeprägt. Dies fehlt beim atlantischen Lachs gänzlich. Die Punkte der Bachforelle sind außerdem deutlich rot, während die des Lachses ein eher blasses rosa aufweisen. Der atlantische Lachs ist im direkten Vergleich auch deutlich heller und eher silbrig als die Bachforelle gefärbt, die eher einen gelblich, bronzenen Grundton aufweist. Der Lachs hat eine graue Fettflosse, wobei die der Bachforelle eher rot ist.

 

 

Der Lachs

Der atlantische Lachs ist in seinem Jugendstadium der Bachforelle sehr ähnlich. Der Lachs weist eine insgesamt schlankere Körperform auf als die Bachforelle. Die Schwanzflosse ist beim Lachs als tief eingeschnittene Gabelung zu erkennen. Die Brustflossen beim Lachs sind deutlich größer als die der Bachforelle.

 

Schildkröten am Grabeteich

Presseberichte über Fischerei in den 60er Jahren.